Kirgisistan: Essen und Trinken

-Von Cornelia Strössner-

Eins vorweg: Die kirgisische Küche, die ihren Ursprung im Nomadenleben hat, ist fett, schwer und sehr fleischlastig. Wer Wert auf frisches Gemüse legt, oder gar Vegetarier ist, wird keine große Freude am Essen haben.

Am beliebtesten ist Hammelfleisch und dies gerne mit viel Fett. Natürlich gibt es auch Rind und Huhn, bisweilen auch Pferd – zumeist als Wurst. Typische Gerichte sind gebratenes Fleisch mit Reis, Schaschlik (Hammelstücke über Kohlefeuer gegrillt), gekochtes Hammelfleisch mitKirgisistan Schaschlik grillen dünnen Teigfladen und gefüllte Teigtaschen in allen Variationen. Zu fast allen Speisen wird Lipioshka gegessen, Fladenbrot frisch aus dem Lehmofen.

Nationalgericht ist der Beschbarmak – Nudeln in kräftiger Brühe mit gekochtem Hammelfleisch, weiterhin typisch für die Region ist Schorpo – ein Fleischeintopf mit Kartoffeln und Gemüse. Beliebte Snacks sind Manty, mit Hackfleisch, Zwiebeln und Gemüse gefüllte gedünstete Teigtaschen, oder Samsa als deren würzigere und gebackene Variante sowie die aus der russischen Küche stammenden tschibureki, frittierte halbrunde, ebenso mit Hack gefüllte Teigtaschen. Allgegenwärtig ist der Plov, ein für gesamt Zentralasien typisches, meist in großen Pfannen, zubereitetes Gericht aus gebratenem Reis mit Hammelstücken und Steckrüben. Davor, danach und zwischendurch gibt es Nüsse und Trockenfrüchte aller Art.

In den Restaurants der Hauptstadt ist neben der traditionell zentralasiatischen Küche auch die westliche vertreten. In Hotels und Pensionen wird man zum Frühstück mit Brot, Eiern und (meist köstlicher!) Aprikosenmarmelade versorgt. Wer es gerne etwas deftiger mag, kann es morgens den Kirgisen gleichtun und Laghman schlürfen – eine kräftige Nudelsuppe mit Hammelfleisch und Gemüse.

Getrunken wird Tee in allen Variationen – sowohl grün als auch schwarz, Kaffee ist fast überall in löslicher Form zu bekommen, in BischkekKirgisistan - Picknick allerdings lässt sich auch vorzüglicher original italienischer Capuccino genießen. Kein Mangel herrscht an Alkoholika. Aus Sowjetzeiten stammt die Verbundenheit zum Wodka, der ist fast immer und überall erhältlich, ebenso Bier, zumeist kasasisches oder russisches. Wer es etwas authentischer mag, trinkt Boso ein Getränk aus gegorener Hirse, das entfernt an Bier erinnert. Weit verbreitet und sehr beliebt, vor allem in ländlichen Gegenden, ist Kumys, vergorene Stutenmilch, leicht alkoholhaltig – sicherlich nicht jedermanns Sache, aber die Höflichkeit gebietet, es auf keinen Fall auszuschlagen, falls angeboten. Zu den weiteren Spezialitäten gehören Dsharma, ein Getränk aus gegorenem Gerstenmehl.

Wer aufgeschlossen ist und sich an grundlegende Hygieneregeln hält – kein Leitungswasser, Obst und Gemüse nur gewaschen oder geschält – wird die überschaubare Speisenvielfalt der klassischen kirgisischen Nomadenküche und deren nahezu naturbelassene Zubereitung schätzen.

Redaktion allesanderswo.de
Lesen Sie von Cornelia Strössner:
Reisebericht -Kirgisistan in Zentralasien entdecken-  Teil 1
(Reisen im Jahr 2004 und 2014)

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Cornelia Strössner

Cornelia Strössner

Autorin bei allesanderswo.de
Das Reisen ist meine große Leidenschaft. Nach jahrelanger Auslandstätigkeit in Fernost, Kanada und Russland fröne ich meinem Hobby heute von der Berliner Basisstation aus. Mehrmals im Jahr zieht mich das „Heimweh nach der Ferne“ in die Ferne – vorzugsweise in die Länder der ehemaligen Sowjetunion. Bin ich gerade mal nicht unterwegs, arbeitet ich als Grafikerin, schreibe Kurzgeschichten und Reiseberichte, und auch schon mal ein Buch („Zwischen den Welten“, Literareon Verlag).
Cornelia Strössner

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